Sacra Ritualis - Florian Schlie   
Paganer Priester & Autor 

Mein Weg

Manche Menschen entdecken Magie durch Bücher. Ich entdeckte sie durch das Leben – und durch etwas, das schon immer in mir war.

Meine Kindheit war nicht unbeschwert. Ich bin in Verhältnisse hineingeboren worden, die mich früh gelehrt haben, stark zu sein und weiterzumachen. Doch inmitten dieser Schwere entdeckte ich etwas, das andere nicht sahen: die verborgene Magie hinter den Dingen.

Mit dreizehn Jahren begann ich zu praktizieren – zunächst vollkommen intuitiv. Da war einfach etwas in mir, das heraus wollte, und ich wusste, ohne es gelernt zu haben, wie es funktionierte. Es zog mich in den Schutz des Waldes, dort meditierte ich, versetzte mich selbst in Trance, wirkte meine ersten einfachen Rituale und verband mich mit der Kraft der grünen Welt um mich. Die Natur wurde mein erstes Heiligtum. Magie wurde mein Anker.

Mit den Jahren kamen sowohl Wissen als auch Praxis dazu. Ich las alle Bücher, die damals zum Thema Magie zu finden waren, experimentierte, lebte und praktizierte, was ich lernte. Zugang zu anderen Menschen, die sich mit Magie beschäftigten, öffnete sich. Ich widmete mich der Wicca-Tradition, schnupperte in einen Coven hinein – und merkte schnell, dass es nicht mein Weg war. Auch die zeremonielle Magie war eine Etappe – aber auch dort stieß ich an Grenzen. Dogmen und festgefügte Systeme haben mich nie wirklich gehalten. Für mich war Magie immer etwas Schöpferisches, etwas, das frei und persönlich sein musste.

Schon früh begann ich anderen Menschen mit meiner Magie zu helfen – sie kamen mit ihren Anliegen zu mir, suchten Unterstützung, Begleitung, Orientierung. Das war keine bewusste Entscheidung, sondern etwas, das sich einfach ergab. Ich half, weil ich konnte – und weil ich merkte, dass es wirkte.

So entwickelte sich über viele Jahre ein eigener Weg. Ich vertiefte mich in die vorchristlichen Traditionen der Antike und versuchte Überliefertes in eine lebendige, moderne Form zu bringen – was bis heute ein starkes Element meiner Praxis ist. Ich lernte über Kräuter, energetisches Heilen, Volksmagie, Trance und praktische Magie der verschiedensten Traditionen. Mehrere Jahre absolvierte ich eine Ausbildung in der Feri Tradition (von Victor und Cora Anderson) – entschied mich am Ende aber gegen die Einweihung. Nicht weil der Weg falsch war, sondern weil ich meinen eigenen gehen musste.

Mein Wissen und meine Erfahrungen wuchsen Jahr für Jahr. Doch tatsächlich haben besonders die Schwierigkeiten und Herausforderungen meines Lebens dafür gesorgt, dass ich in der Magie wirklich gut wurde – weil ich alles, was ich lernte, immer nutzte, um meine eigenen Probleme zu lösen, wobei Rituale, Magie und tatsächliches Handeln da immer Hand in Hand gingen.

Schon in den 1990er Jahren begann ich mein Wissen im Internet zu teilen, 2005 begann ich offiziell als paganer Priester zu wirken und leitete von da an offene und interne Gruppenrituale. Seit 2013 bin ich Mitglied des internationalen Covenant of Hekate, und wirkte dort als Fackel- und Schlüsselträger.

2019 schloss ich meine Ausbildung zum Hypnotiseur bei der NGH ab. Was mich an der Hypnose faszinierte, war die direkte Verbindung zur Trancearbeit, die ich seit meiner Jugend kannte – nur mit anderen Werkzeugen. Seitdem arbeite ich kontinuierlich mit Hypnose – für mich selbst und für Klienten.

Ende 2020 kam der Einbruch. Berufliche Erschöpfung, äußerer Druck, innere Schatten, die zu lange im Verborgenen gewartet hatten – alles brach auf einmal auf. Ungefiltert, mächtig, überwältigend. Ich konnte nicht mehr lesen, nicht mehr schreiben, nicht mehr meditieren. Selbst einfache Tage wurden zur Herausforderung.

Doch auch diesmal war Magie der Weg zurück. Rituale. Trance. Hypnose. Schöpferische, magische Arbeit mit dem, was in mir war. Nicht um es sofort wegzumachen, sondern um es nach und nach zu verwandeln. Dadurch brachte ich meine verlorenen Ressourcen behutsam und langsam zurück und integrierte die Schatten der Vergangenheit.

Heute lebe ich freier und glücklicher als je zuvor. Nicht weil alles perfekt ist – sondern weil ich gelernt habe, mein Leben wirklich schöpferisch zu gestalten. Ich kenne meine Schatten. Und ich weiß, wie ich mit ihnen umgehe. Das ist der Unterschied. Magie ist für mich nicht mehr nur Überleben. Sie ist schöpferischer Ausdruck – ein Werkzeug, um ein Leben zu gestalten, das wirklich das richtige ist, und um andere dabei zu begleiten, dasselbe zu tun.

Wenn du jemanden suchst, der weiß, was Schwierigkeiten sind – und der gelernt hat, sie zu verwandeln – dann bist du hier richtig.

→ Mein Wirken für dich